Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende

Kurzpredigt zu Matthäus 28,16-20 anlässlich der Konfirmandenvorstellung

 

Liebe Konfirmandinnen, lieber Konfirmand, liebe Eltern, liebe Gemeinde!

Heute also ist Tauferinnerungssonntag.

Deshalb als Evangelium der sog. Taufbefehl aus dem Matthäusevangelium – der Auftrag Jesu an seine Jünger und Jüngerinnen, in die Welt hinauszugehen und alle Menschen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu zu taufen. 
Das passt gut heute: Eure Konfirmandenvorstellung heute ist ja sozusagen der erste Schritt zur Konfirmation selbst, zu eurem bewussten „Ja“ zur Taufe, die eure Eltern durchführen ließen, ohne dass ihr da gefragt werden konntet.

In anderen Jahren haben wir am Tauferinnerungssonntag Wasser in die Taufschale am Taufstein gefüllt und dann hab ich eingeladen, nach vorne zu kommen und sich das Kreuzzeichen mit Wasser auf die Stirn malen zu lassen.
Heute ist das aus den bekannten Gründen nicht möglich.

Aber: Ich möchte mit euch und mit Ihnen überlegen: Was bedeutet mir meine Taufe?
Was heißt es für mich: Ich bin getauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes?

Hilft mir dieses Wissen für mein Leben?
Macht es mich ruhiger, gelassener, z.B. in Krisenzeiten wie bei Corona?

Hilft es mir als Erwachsener, wenn ich mit dem Tod konfrontiert bin, z.B. weil meine Großeltern oder meine alt gewordenen Eltern sterben?

Macht es mir meine Taufe das Leben leichter, wenn ich scheitere, wenn ich Fehler mache, wenn ich etwas tue, von dem ich weiß, dass ich das eigentlich nicht hätte tun dürfen?

Erinnern wir uns an Martin Luther: Er war sehr selbstkritisch, unsicher im Glauben. Er wünschte sich einen festen Glauben, aber hatte immer wieder Zweifel – und galt doch in seiner Zeit geradezu als Bollwerk für den rechten Glauben…

Ich möchte Sie bitten, einmal die grüne Nummer 807 im Gesangbuch aufzuschlagen. Da stehen Gedanken des zweifelnden Luthers:

Ich danke Gott und bin fröhlich, das ich als ein Kind getauft bin. Ich habe nun geglaubt oder nicht, so bin ich dennoch auf Gottes Gebot getauft. An der Taufe fehlt nichts; am Glauben fehlt´s immerdar.

Die Erinnerung an die Taufe gab Luther Zuversicht: Sie half ihm, auf Gott zu vertrauen und zu glauben, dass Jesus immer bei ihm ist – egal was passiert.

Wir leben heute in einer anderen Zeit. Wir haben nicht mehr die Angst Martin Luthers vor dem Fegefeuer oder gar der Hölle. Das ist auch gut so. Das ist sein Verdienst. Luther hat den Gläubigen wieder die Augen für die Bibelstellen geöffnet, die davon erzählen, dass wir auf Jesus Christus vertrauen sollen in allen Lebenslagen. Denn Jesus begleitet uns durchs Leben und durchs Sterben und hinüber in die ewige Welt Gottes.

Solch ein Vertrauen möchte ich euch Konfis wünschen:
Jesus ist immer bei euch – egal wie das nun zukünftig klappen wird mit dem Glauben. Und: Eure Kirche steht immer für euch offen, natürlich wäre es toll, wenn ihr euch so engagiert wie z.B. die Konfiteamer und viele andere der etwa 100 Mitarbeitenden in unserer Gemeinde. Vielleicht kommt ihr aber auch in ein paar Jahren mal mit nach Taizé und entdeckt da, wie Kirche und Gottesdienst noch ganz anders gestaltet werden kann. Oder ihr macht noch andere gute Erfahrungen mit eurer Kirche. Wer weiß…

Jedenfalls gilt der Satz Jesu für euch und für uns alle: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!

Amen.